Im Internet Video-Album Forst/Döbern
 Blackout Was tun beim Blackout - Gewappnet für den Ernstfall
 Stadtwerke-Chef Wolfgang Gäbler zeigte den rund 80 Zuhörern das Kurbelradio und einige seiner Vorräte. Forst. Er möchte keine Angst verbreiten oder Panik machen, sagte Stadtwerke-Chef Wolfgang Gäbler gleich zu Beginn seines Vortrages am Donnerstagabend im voll besetzten Kompetenzzentrum. Es gehe ihm vor allem darum, etwas mehr Aufmerksamkeit für die Selbstverständlichkeiten des Lebens zu wecken – die bei einem großflächigen Stromausfall, auch genannt "Blackout", alle nach gewisser Zeit zusammenbrechen. Steffi Ludwig Wie aktuell das Thema ist, habe vor einer Woche der Sturm "Xavier" gezeigt: Dieser hatte auch in der Region gewütet und für vereinzelte Stromausfälle in Forst, aber auch dem Umland wie Klein und Groß Kölzig, Preschen und Groß Schacksdorf gesorgt. In ganz Brandenburg hatte der Sturm zwei Millionen Bäume umgeworfen - auch eine Linde neben dem Kompetenzzentrum. 53 000 Menschen seien ohne Strom gewesen, einige bis zu 72 Stunden, so Wolfgang Gäbler. Da beginne es schon, schwierig zu werden, bis zu zwei Tage funktioniere das Leben vorerst noch, hat der Stadtwerke-Chef recherchiert. Vor etwa einem Jahr hatte sich Gäbler diesem Thema zugewandt, nachdem auch der Ratgeber für Notfallvorsorge des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe erschienen war. Auch das Buch "Blackout" von Marc Elsberg habe ihn inspiriert - obwohl es ein Roman sei, zeige es auf, was passieren könnte bei einem großen Stromausfall. Und diese hat es gegeben, beispielsweise 2003 in Nordamerika, wo 50 Millionen Menschen bis zu drei Tage ohne Strom waren. Naturgewalten, Havarien, Kriege können die Ursache sein - oder auch menschliches Versagen wie 2006 beim Stapellauf eines Kreuzfahrtschiffes auf der Ems, wo 15 Millionen Haushalte ohne Strom waren, zählt Gäbler auf. Und dann breche alles zusammen, angefangen vom Telefon über den Verkehr samt Versorgung der Bevölkerung bis zu den Verwaltungen. Handys funktionierten nur so lange, wie die Akkus voll seien. Der Hörfunk sei für mehrere Wochen über Netzersatzanlagen (NEA) abgesichert, weshalb der Stadtwerke-Chef zur Anschaffung eines Kurbelradios mit Taschenlampe rät. Auch für die private Not-Versorgung hat er einige Tipps parat, die er selbst zu Hause praktiziert: Beispielsweise einen 25-Kilo-Behälter mit Weizen, der mit Stickstoff haltbar gemacht wird. Außerdem einen Zwei-Jahres-Vorrat an Mehl und Zucker, aufbewahrt in rund 50 großen Gläsern, die er im Keller lagert. Hier müssten allerdings Temperatur, Feuchtigkeit und Haltbarkeit beachtet werden. Kerzen, Streichhölzer und Notapotheke seien zu empfehlen. Für das Kochen ohne Strom eigne sich ein Propangaskocher oder Grill. Denn auch die Stadtgasversorgung breche sofort zusammen, erklärt er auf eine Frage aus dem Publikum. Fürs Heizen nach einem Stromausfall empfiehlt er Kamin oder Kachelofen. Glücklicherweise gebe es in Forst mit rund 3500 relativ viele Einfamilienhäuser, die meist auch solch eine alternative Heizmöglichkeit hätten. Auch andere Zahlen aus Forst hat er dabei: So könne das Wasserwerk bei einem großen Stromausfall dank einer NEA bis zu 72 Stunden durchhalten, bei Dieselnachschub länger. Die Kläranlage könne bei 80 Prozent Leistung bis zu 48 Stunden weiterarbeiten. Die Forster Lausitz Klinik könne aktuell einen Betrieb bis zu 24 Stunden absichern. Gerade Patienten, die eine Operation, eine Dialyse oder Beatmung brauchten, würde ein "Blackout" besonders treffen.
FOTO: Ludwig
Cottbuser Bundesliga-Turner kommen nach Forst
Milchviehstall Neu Sacro wird erweitert Im kommenden Frühjahr wird die Bauern AG Neißetal den neuen Milchviehstall in Neu Sacro erweitern. Wie Vorstandsmitglied Bernd Starick auf RUNDSCHAU- Nachfrage erklärt, soll die zweite Hälfte des hinteren Stalls bei zum Jahresende 2018 errichtet werden. kkz Aktuell laufen die Vorbereitungen einschließlich der Baugenehmigung. Wenn alles fertig ist, können insgesamt 850 Milchkühe im modernen Stall untergebraucht werden. Die zusätzlichen Tiere sollen aus dem eigenen Bestand kommen, so Starick. Das im Januar 2017 in Betrieb genommene Melkzentrum ist bereits entsprechend groß geplant worden.
Investition
 Am 21. Oktober gibt es an der Wiege des Lausitzer Turnsports gleich zwei hochkarätige Wettbewerbe. Die Vorbereitungen für den Turnhöhepunkt in Forst laufen auf Hochtouren. Gastiert die 1. Bundesliga nach 2011, 2013 und 2015 bereits zum vierten Mal in der Mehrzweckhalle, so kommen mit der 2016 gegründeten Juniorenbundesliga mögliche zukünftige Olympia-Turner erstmals in die Neißestadt. Zwölf- bis 16-jährige Turner wollen ihr Können zeigen. Für die Mannschaften vom Turnteam Baden, Eintracht Frankfurt, SC Berlin, SV Halle, TG Pfalz, TG Saar und des SC Cottbus geht es in einem Mannschaftswettkampf an alle sechs Geräte. Pro Gerät sind vier Turner startberechtigt. Die besten drei Noten kommen in die Mannschaftswertung. Nach den ersten beiden Wettkämpfen in Halle und in Dillingen im Saarland liegt Eintracht Frankfurt vor dem SC Cottbus und dem Turnteam Baden. Die ersten sechs Teams qualifizieren sich für das DTL-Finale am 2. Dezember in Ludwigsburg. An gleicher Stelle konnten die Cottbuser Turner vor einem Jahr erstmals diesen Titel erringen. Deshalb ist es erklärtes Ziel der SC-Youngster, sowohl in Forst als auch beim Finale um den Sieg zu kämpfen. Zu den Startern gehören unter anderen Niklas Patrick Neuhäusel (AK 15/16) und Pascal Brendel (AK 12-14) aus Frankfurt/Main sowie Willi Binder (AK 12-14) aus Cottbus. Mit Tom Schulze wird ein erfolgreicher AK 15/16-Turner des SC Cottbus erst ab 17 Uhr seine Erwärmung beginnen, da er möglicherweise bei den ,,Großen‘‘ gebraucht wird. Vor dem Bundesliga-Vergleich zwischen dem amtierenden Bronzemedaillengewinner MTV Stuttgart und dem Cottbuser Team gibt es noch einige Fragezeichen. Fällt verletzungsbedingt bei den Stuttgartern mit Nationalturner Sebastian Krimmer eine entscheidende Kraft aus, fühlt sich die Verletztenliste beim Cottbuser Team noch schwerwiegender an. Mit Christopher Jursch, Oleksandre Suprun, Devin Woitalla und Pele Goldacker stehen vier Sportler nicht zur Verfügung. Da Erik Mihan zur Zeit in Australien weilt, fehlen für den Rest der Saison vier zuverlässige Punktesammler der jüngeren Vergangenheit. Von den 12 gemeldeten Turnern des SC Cottbus wird Elias Maximilian Graf bei den Junioren eingesetzt. So bleiben noch sechs Aktive, die für einen Start in Frage kommen – möglicherweise ergänzt durch den zurückgekehrten Enrico Barowsky. Da die Personaldecke beim MTV Stuttgart keinen Deut größer ist, ist ein interessanter Vergleich zu erwarten, bei dem Kleinigkeiten am Ende entscheiden können. Die Ziele sind aber klar abgesteckt. Wollen die Stuttgarter ihren dritten Platz des Vorjahres verteidigen, setzen die Cottbuser über möglichst viele Gerätesiege oder auch mehr auf den Klassenerhalt. Nach aktuellem Stand liegt Stuttgart mit zwei Siegen und einem Unentschieden auf Platz zwei. Die Cottbuser Truppe nimmt mit einem Sieg und zwei Niederlagen den sechsten Platz ein. Möglicherweise können sich die Zuschauer in Forst mit Artur Dalaloyan aus Russland auf Stuttgarter Seite und mit Igor Radivilov aus der Ukraine auf Cottbuser Seite auf zwei WM-Starter aus Montreal freuen.
Wölfe in der Lausitz Begegnung mit dem Wolf
 Hoyerswerda/Lohsa. Der Wolf rückt den Lausitzern zu Leibe. Die Sorge der Jäger wächst. Denn die Raubtiere verlieren die Scheu. Den Revierförstern Sven Schulz und Sven Peschel, deren Dienstweg die Wölfe schon vielfach kreuzten, sind am Speicherbecken Lohsa jetzt zwei sehr zutrauliche Wölfe bis auf etwa zehn Meter nahe gekommen. Kathleen Weser Der Instinkt, die Flucht zu ergreifen, hat bei dieser Begegnung keine Seite ergriffen. Zumindest für das Raubtier, das betonen Biologen und Lausitzer Wolfsbetreuer immer wieder hartnäckig, soll das ausgeschlossen sein. Der Video-Beweis der Jäger aber zeigt: Die beiden Wölfe bei Lohsa lassen jede Scheu vermissen. Eines der Tiere schnappt sich sogar einen Schutzhelm der Förster und eilt damit davon. Die Handy- Aufzeichnung hat zweifelsfrei Unterhaltungswert, macht aber auch den Ernst der Lage klar: Vom Wolf geht Gefahr für den Menschen aus. Den Beweis sieht Prof. Wolfgang Reichert, der Vorsitzende des Jagdverbandes Hoyerswerda, längst erbracht. Die am Donnerstag zudem durch einen Gerichtsmediziner bestätigte Tatsache, dass eine Frau in Griechenland von einem Wolf getötet wurde, überrascht ihn nicht. Auch Dorfbewohner um die Königsbrücker Heide, in der ein Wolfsrudel nachgewiesen lebt, haben es dieser Tage wieder mit der Angst zu tun bekommen. Zumindest ein einzelner Wolf, vermutet wird ein Rüde, kommt den Wohnsiedlungen im südbrandenburgischen Frauendorf, Kroppen und Jannowitz sogar zu belebten Tageszeiten sehr nah. In der Gegend ergreifen Wölfe auch angesichts sich nähernder Fahrzeuge schon längst nicht mehr – wie erwartet werden sollte – die Flucht. Die Population der Wölfe ist in der Lausitz deutlich stärker, als offiziell zugegeben wird. Das stellt Wolfgang Reichert fest. Und er behauptet: Die Befürchtung, dass sich das Raubtier ohne natürliche Feinde der Kulturlandschaft stark anpasst und der Nachwuchs nicht naturgemäß nach Lehrbuch abwandert, ist längst Realität. „Der Wolf wird als Teil des heimischen Wildes auch von uns akzeptiert“, versichert Wolfgang Reichert. Nur der einseitige Naturschutz sei das Problem. Werde der Bestand nicht reduziert, sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis Menschen auch in der Lausitz Opfer würden. Dass das offizielle Wolfsmanagement die Realität sachlich korrekt wiedergibt, bezweifelt der Jagdverband-Vorsitzende. Die Weidmänner sichteten weit mehr der Raubtiere, als die Statistik ausweise. Und der Informationsaustausch zum Wolfsbüro sei schon deshalb gestört und daher auch teilweise unterbrochen, weil kritische Beobachtungen einfach nicht gefragt seien. Der Blick der Naturschützer auf das Tier sei völlig verklärt.
Forst: Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige startet  Forst. Im Forster Mehrgenerationenhaus startet am 7. November eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige. Steffi Ludwig Nach Auskunft des Landkreises ist dies das erste Angebot dieser Art in Spree-Neiße, weitere aktive Gruppen gebe es nicht, heißt es auf Nachfrage. "Es gab die Anfrage einer Selbsthilfegruppe für Parkinson, die sich bei uns trifft und sich auch mit diesem Thema beschäftigt, dazu eine eigene Gruppe zu gründen", berichtet Simone Pflaum, die gemeinsam mit Jens Nowotnick das Mehrgenerationenhaus Forst leitet. In der Selbsthilfegruppe solle es darum gehen, mit anderen pflegenden Menschen zusammenzukommen und sich über den Alltag in der Pflege der Eltern oder anderer Angehöriger auszutauschen. "Wir sind offen für alle, auch für pflegende Angehörige, deren Familienmitglieder im Pflegeheim untergebracht sind", berichtet Simone Pflaum. Jeder sei willkommen, um seine Sorgen, Probleme oder auch Ideen und Tipps einzubringen. Die Treffs sollen ungezwungen sein, denn oft gehe es bei diesem Thema einfach darum, verstanden zu werden, heißt es in der Ankündigung, die auch als Flyer gestaltet wurde. Der erste Treff der Selbsthilfegruppe findet am 7. November von 15 bis 17 Uhr im Mehrgenerationenhaus in der Forster Jahnstraße 1 statt.
©2018 Henry Aurich
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