Textilmuseum zwischen Hoffen und Bangen
Städte Guben und Forst fürchten Auswirkungen der Kürzung beim Zuschuss durch den Landkreis
Die institutionelle Förderung für die Museen in Guben und Forst ist jeweils um mehrere Tausend Euro gekürzt worden. Während die Stadt Guben Auswirkungen auf die Zahl der Ausstellungen befürchtet, hofft man in Forst auf einen Ausgleich durch steigende Besucherzahlen.
Nach dem Beschluss zu einer Neuverteilung der Gelder für die institutionelle Förderung der Museen im Kreistag, fürchten die Städte Guben und Forst um die Qualität ihrer Museumsangebote. "Bereits jetzt muss jede Sonderausstellung auf ihre Kosten hin überprüft werden. Honorare für künstlerische Partner sind nur begrenzt möglich", sagt Susanne Winter, Sprecherin der Stadt Guben. "Die Leidtragenden sind die Gubener Bürger und die Besucher des Museums, denen weniger Angebote oder nur mit begrenzten Möglichkeiten gemachte gezeigt werden können", so Winter.
Der Kreistag hatte in seiner Sitzung am 12. Juni beschlossen die 80 000 Euro Förderung für die Museen in Guben, Forst, Dissen, Peitz und Bloischdorf neu zu regeln. Das Stadt- und Industriemuseum in Guben sollen danach für das  laufende Jahr statt 24 000 Euro wie im Vorjahr nur einen Zuschuss von rund 18 000 Euro bekommen. Die Stadt Forst bekommt für das Brandenburgische Textilmuseum in Forst 19 000 statt 24 000 Euro.
Einen Besucherzuwachs wünscht sich derweil auch die Forster Stadtverwaltung für das Textilmuseum. "Dadurch hoffen wir, die Kürzungen ausgleichen zu können", sagt Finanzvorstand Jens Handreck. In jedem Fall sei der Haushalt für das laufende Jahr beschlossen und die Zuschüsse würden wie geplant an das Museum gezahlt. Die Stadt reicht die Gelder an das Museum nur weiter. Man habe jedoch ursprünglich mit der Finanzierung des Vorjahres geplant.
Im Textilmuseum selbst erwartet man, dieses Jahr mehr Besucher locken zu können. "Durch die Rosenschau bemerken wir einen Anstieg der Gästezahlen", sagt Angela Maaß, Geschäftsführerin des Museumsfördervereins. "Wir machen viel Werbung im Rosengarten", sagt sie. Besonders der Zuspruch durch Besuchergruppen, wie Sportvereine sei stark angestiegen.
Schon immer zogen die Fontenen der Wasserspiele und Brunnen die Besucher magisch
Bereits am Haupteingang lädt ein Brunnen zum Betreten des Ostdeutschen Rosengartens ein. Dieser wird von der Göttin Flora mit vier Putten gekrönt, die die Jahreszeiten symbolisieren. Der Brunnen stammt noch aus der Gründungszeit und grüßte bereits 1913 die Besucher der Rosen- und Gartenbauausstellung. Im Laufe der Jahrzehnte nagte der Zahn der Zeit an allen Brunnen, die es nach und nach zu restaurieren galt. Eine Konzeption des Jahres 1991 sah für den Herbst/Winter 1992 die Sanierung oder Rekonstruktion sämtlicher Brunnen vor. Die reichlich eine Tonne schwere Flora wurde im Frühjahr 1993 einer Schönheitskur unterzogen. Bevor sie wieder auf den Sockel zwischen den Kassenhäuschen gehoben werden konnte, musste dieser um etwa einen halben Meter abgetragen und erneuert werden.
Entlang der Hauptachse bietet sich ein weiter Blick bis zu den Pergolen. Von diesen nur wenige Schritte entfernt befinden sich die Wasserspiele. Das Forster Tageblatt vom 21. Juni 1913 widmete einen gesonderten Beitrag dem Leuchtspringbrunnen der "Ruga": "Um dem vielfachen Interesse entgegenzukommen, das der Leuchtspringbrunnen, eine der herrlichsten und kunstreichsten Anlagen des Vorgeländes unserer Ausstellung, in weiten Kreisen erregt, ist es wohl angebracht, dieses Bauwerk in seinen Einzelheiten an dieser Stelle technisch zu erläutern. Durch einen Elektromotor mit Riemenbetrieb wird die Fontäne gespeist, wozu 17 Pferdekräfte erforderlich sind. Die Pumpe saugt das benötigte Wasser aus dem zur Fontäne gehörigen Bassin und drückt es mit 3,5 Atmosphären zu den Düsen der Fontäne. In vollen Betrieb gesetzt, besteht diese aus einem Hauptstrahl von 15 m Höhe und sechs Nebenstrahlen. Die Turbinenpumpe liefert in der Stunde 75 Kubikmeter Wasser und macht in der Minute 1500 Umdrehungen. Wasser aus der städtischen Wasserleitung wird somit nicht verwendet. Die Beleuchtung der Fontäne geschieht durch drei im Bassin aufgestellte elektrische Scheinwerfer, die vom Pumpenpavillon aus bedient werden. Jeder Scheinwerfer ist mit fünf verschiedenen Farbgläsern, rot, gelb, grün, blau und weiß versehen, wodurch die mannigfaltigsten Farbenzusammenstellungen erzielt werden können."
Das denkmalgeschützte Fabrikgebäude des Museums bietet eine Ausstellung zur Geschichte des Tuchmacherhandwerks und der Stadt Forst.
©2018 Henry Aurich