In der Schauwerkstatt können der handwerkliche und mechanische Prozess der Tuchherstellung an historischen Handgeräten sowie Maschinen miterlebt werden. Wie eng die Stadt Forst mit der Textilindustrie verbunden war, zeigt dem Besucher schon ein Gang vom Bahnhof durch die Stadt: Etliche Straßen- und Geschäftsnamen beziehe sich auf Textile Produkte. Im Brandenburgischen Textilmuseum erhält der Besucher eine Wegskizze für einen zweistündigen Spaziergang durch die Stadt, mit deren Hilfe sechs ehemals bedeutende Forster Tuchfabriken zu entdecken sind. Die Ensembles aus Produktionshallen, Pförtnerhäuschen und Fabrikantenvillen bestechen vor allem durch ihre architektonische Schönheit, die den Reichtum der Fabrikbesitzer belegen und dabei die harten Arbeitsbedingungen in der Textilbranche leicht vergessen lassen.
Forst nahm in der Textilproduktion einen Spitzenplatz ein - ein Vergleich mit Manchester ist durchaus angebracht. So arbeiteten in den 1920er Jahren in Forst 422 Textilbetriebe, was auch durch die günstige Infrastruktur begründet war. Bereits seit 1893 belieferte die "schwarze Jule", eine eigens eingerichtete Schmalspurbahn, die Forster Textilbetriebe mit Braunkohle für die Dampfmaschinen. Bis zu 59 Fabriken waren an das Schienensystem angeschlossen, das den Forster Bahnhof mit den Heizhäusern der Fabriken verband. Das Textilmuseum befindet sich in einer ehemaligen Tuchfabrik von 1892. Dabei erfährt der Besucher die Geschichte des Tuchmacherhandwerkes und in der anschließendes Schauwerkstatt kann der Besucher die Produktion nachvollziehen.
Einst wurde Forst das Manchester Deutschlands genannt. Das privilegierte Tuchmacherhandwerk und die Stadt Forst können auf eine lange gemeinsame und erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Bereits um 1700 zählte die Innung 50 Meister des Tuchmacherhandwerks in Forst. Mit der Herstellung des schweren, aber preiswerten Wollstoffs Buckskin sowie der Einführung der Dampfmaschine um 1840 erlangte die Stadt weit über die Lausitz hinaus große Bedeutung in der Textilindustrie. Heute können Museumsbesucher die Fertigung von Tuch in der Tuchmacherschauwerkstatt des Textilmuseums Forst auf historischen, aber funktionstüchtigen Maschinen nach traditioneller und industrieller Art miterleben und sogar selbst ausprobieren. Die Dauerausstellung des Museums in der alten Tuchfabrik von 1897 präsentiert vor allem die Geschichte des Tuchmacherhandwerks, und damit eng verknüpft (demnächst) die Stadtgeschichte Forsts. Das Museum bietet zudem ein umfangreiches museumspädagogisches Programm zum Prozess der Textilherstellung an.
Das Brandenburgische Textilmuseum Forst pflegt zwei wesentliche Ausstellungsbereiche: Die Geschichte des Tuchmacherhandwerks und damit eng verknüpft die Geschichte der Stadt Forst. Derzeit ist die Tuchmacherschauwerkstatt das Schwerpunkt der Dauerausstellung. Hier wird der Produktionsprozeß vom Faserrohstoff bis zum fertigen Tuch auf einem kompletten Satz historischer Maschinen vorgeführt.
Brandenburgisches Textilmuseum Forst (L.)
07. Juni bis 01. September 2013 Kunst-Ausstellung
Künstlerisch kreative Menschen sind eingeladen, sich mit Motiven, welche die Stadt Forst (Lausitz) oder ihre nahe Umgebung zum Inhalt haben, an einer Ausstellung zu beteiligen. Anlass sind die zahlreichen Jubiläen des Jahres 2013 wie 120 Jahre Forster Stadteisenbahn 110 Jahre Forster Wasserturm 100 Jahre Ostdeutscher Rosengarten Forst (Lausitz) 250. Todestag des Grafen Heinrich von Brühl
Vorführung der Maschinen im Textilmuseum
Vorführung der Maschinen im Textilmuseum
Vorführung der Maschinen im Textilmuseum
Vorführung der Maschinen im Textilmuseum
Vorführung der Maschinen im Textilmuseum
Vorführung der Maschinen im Textilmuseum
©2018 Henry Aurich